Wilhelm-Grobben-Straße

Unser Parteivorsitzender Stefan Kiwitz zur Causa Wilhelm Grobben:

Für mich ist es ein Skandal, dass wir 75 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch darüber diskutieren, ob wir eine Straße nach Wilhelm Grobben benennen dürfen. Ein Nazi-Funktionär und NSDAP- Ortsgruppenleiter gehört nicht auf ein Straßen- schild unserer Stadt Kempen. Basta. Eine Adolf-Hitler-Straße gibt es schließlich auch nicht mehr. Grobben war kein Mitläufer, sondern als Überzeugungstäter mitverantwortlich, dass Juden und Behinderte ermordet wurden und ein menschenverachtendes Regime Fuß fassen konnte.

Es war schon beschämend, mit welch fadenscheinigen Argumenten sich die CDU im Kulturausschuss aus der Affäre ziehen wollte. Wohlgemerkt, der Vorschlag, den Namen Grobben im öffentlichen Straßenraum auszuradieren, kam vom CDU-Bürgermeister (wovor ich meinen Hut ziehe). Dass ausgerechnet die Liberalen nun im zweiten Anlauf umgekippt sind und die hauchdünne Entscheidung contra Grobben in ein schwarzbraunes Pro verwandelt haben, verwundert nicht. Fraglich ist nur, ob der politischen Grobben-Fraktion die negative Tragweite ihrer Entscheidung über Kempen und den Niederrhein hinaus bewusst ist. Ich jedenfalls schäme mich dafür, wenn ich am Arbeitsplatz oder im Urlaub angesprochen werde und bekennen muss: Ja, unser Stadtrat hat sich mehrheitlich für den Nazi ausgesprochen. Ob ich glücklich sein soll, dass meine Straße nicht nach einem flammenden Nationalsozialisten, sondern nach einem Nobelpreisträger benannt ist…? Zu befürchten ist, dass die AfD sich ins Fäustchen lacht und jetzt auch in Kem- pen Oberwasser bekommt.

Fazit: Die Causa Grobben ist nicht nur ärgerlich, sie schadet der ganzen Stadt und zieht uns alle nolens volens in den braunen Sumpf.